Denn es kann im Web auch vorkommen, dass man Dinge zurückbekommt wie 404, 503 oder einfach nur 500. Das ist alles andere als 200 und OK.

Hintergrund

Seit vielen Jahren wollte ich mich endlich einmal um das Aufsetzen eines eigenen Blogs bemühen und die vergangenen Monate gaben mir die Chance, dieses Vorhaben endlich anzugehen. Die Reise zum eigenen Blog begann also damit, auszuwählen, was ich technisch einsetzen wollte, wie ich Dinge umsetzen kann, ohne dass ich irgendwen dazu ständig mit Fragen belästigen muss, und was mir in der Vergangenheit schon treu gedient hat.

Der Anfang

Es ging also los. WordPress als Basis-CMS für mein Vorhaben einzusetzen war fast klar, da ich erstens einige Jahre Erfahrung damit habe und es zweitens genau dafür gemacht wurde, wofür ich es einsetzen will. Zudem wird der Code aktiv weiterentwickelt und viele Dinge sind sehr gut dokumentiert und ausgeklügelt. Ich muss also das Rad nicht neu erfinden. Der Anfang – die erste Entscheidung – war also gemacht.

Ein Rückblick und ein Schock

Rückblickend musste ich feststellen, dass ich nach dem ganzen Hin und Her um den Gutenberg Editor im WordPress Core und der Diskussion darum, dass der User jetzt neuerdings immer alles selbst in tausend Varianten anpassen können muss, ich mich damals ein wenig davon abgewandt hatte und weiterhin auf den klassischen Editor vertieft hatte. Die Entscheidung kam einfach, weil es schnell und gut ging, dafür etwas zu schreiben und wenn man sich ein wenig mit HTML auskannte, extrem viele Inhalte gut und vor allem auch sicher umsetzen konnte.

Danach wandte ich mich ein wenig ab von WordPress und habe auch nicht mitbekommen, wie sich die Themes weiterentwickelt haben (zu reinen Konfigurationswerkzeugen). Es war also ein ganz schöner Schock, als ich mich an die Theme-Entwicklung machen wollte und feststellen musste: es hat sich wohl alles geändert.

Jetzt muss ich dazu ein paar Dinge sagen als eigene Meinung:

  1. Ich denke nicht, dass es nötig ist, alles ständig selber anpassen zu müssen, wenn man ein gutes Design bzw. Theme baut. Man muss sich einfach beim Design und Theme darum kümmern, dass viele Fälle der Gestaltung auf genau dieser Ebene abgedeckt sind.
  2. Selbst das beste System ersetzt nicht die Bereitschaft, sich mit der Bedienung vertraut zu machen.
  3. Das man alles selber umstellen kann, entfernt nur davon, was man eigentlich machen will, nämlich Texte, Bilder oder anderes richtig zu platzieren.
  4. Das Design, Theme bzw. System sollte dann diese Dinge richtig und schön darstellen und gegebenenfalls sogar Logik umsetzen können.

Mit meinen vielen Jahren an Erfahrung muss ich jedoch leider auch feststellen, dass dies ein ständiger Kampf ist und es viele Leute gibt, die sich einfach dem gut durchdachten Grundkonzept einer Trennung von Funktionalität und Darstellung nicht hingeben können. Ich habe auch schon mit Elementor und anderen Designsystemen und CMS gearbeitet. Aber ich finde sie wirklich kompliziert und das widerspricht ja genau der einfachen Bedienung eines CMS und dem «sich eben nicht um alles kümmern zu müssen».

Die Freude über Altes

Mit Freude entdeckte ich dann aber, nach vertieftem Durchstöbern der Dokumentationen auf wordpress.org, dass es doch noch möglich ist, selber Themes in klassischem PHP zu schreiben und diese auch noch ganz vieles von meinen damaligen Berührungspunkten beinhalten. Jetzt heissen sie sogar «Classic Themes» und es scheint mir daher nicht von ungefähr, dass eben auch ich wohl langsam zum «Classic» werde. Die Vorlagen der meisten Block-Elemente finde ich fantastisch, allerdings bin ich eben nicht der Meinung, wie zuvor ausführlich geschrieben (HTTP-Statuscode 208 Bereits berichtet), dass man tausende Dinge an dem Block selbst sollte umstellen können. Genau dafür gibt es ja die Trennung von HTML, CSS und PHP. Alle drei Sprachen kümmern sich um einen genauen Aufgabenbereich (Frontend, Style, Backend). Sie sollten sich ergänzen und nicht überlappen oder gegeneinander kämpfen. Eigentlich sollten sie so etwas wie eine glückliche, liebende, gar langweilige Familie sein. Kein Streit, nur Gutes, jeder kümmert sich nur um seine Aufgabe und ist richtig gut darin.

Ein Theme entsteht

Mit dem ganzen Hintergrund im Gepäck ging es dann an die Auswahl der Tools für die Erstellung. MAMP (Pro) als lokale Serverumgebung, CodeKit als Compiler für JavaScript und SCSS (Sass) sowie für den Build-Prozess. VS Code als Editor und schliesslich noch GitHub für die Versionierung. Es war alles relativ schnell aufgesetzt und laufbereit. Via RealTimeSync – Teil des Open-Source-Projekts FreeFileSync – kann man den Inhalt des fertigen Builds direkt an die richtige Stelle kopieren. Kurzum ein relativ einfaches, gutes System, mit dem ich schnell etwas entwickeln und direkt testen konnte. Die Begeisterung war gross, dass dies alles so wunderbar funktionierte. Und trotz vieler Challenges kam ich gut voran und konnte nach und nach lernen, was sich geändert hat seit meiner Rückkehr und auch was neu möglich ist, sowie feststellen, dass einige alte Code-Snippets immer noch guter, solider Code sind. Über viele Dinge dieses Prozesses werde ich noch weitere Beiträge schreiben. Das Theme stand dann am 25.5.2026 fast vollständig zur Verfügung.

Der 503-Tag

Voller Motivation startete ich sehr früh (um 4 Uhr) in den Tag. Es gab noch einiges zu tun: Theme noch fertigmachen, Plugins auflisten, WordPress herunterladen usw. Und dann ging es los: alte Inhalte löschen auf meinem Webspace und neue WordPress-Dateien hochladen, Installation – alles ganz einfach bis hier. Und dann gingen die Probleme los. Zuerst wurde mir dann die komplette Erreichbarkeit blockiert. Debuggen. Keine Ahnung, was ich genau gemacht habe – und schwups geht es wieder. Schnell einen Wartungsmodus via Plugin einschalten (Slim Maintenance Mode) und dann die Feststellung, dass noch dies und jenes zu erledigen ist: kleinere Anpassungen an den installierten Plugins, noch ausstehende Servereinstellungen. Eine irre Gefühlsachterbahn und der Versuch, alles irgendwie so schnell wie möglich zu fixen und endlich mit dem neuen Theme auf dem neuen WordPress live zu sein. Und dann endlich, inzwischen war es Abend: es funktioniert. Wartungsmodus abschalten – und damit geht es wieder vom 503er zum 200er Statuscode.

Und der Inhalt?

Ja, der Inhalt – du kannst dir vielleicht vorstellen, dass mir nach all dem Hin und Her, dem Stress, dem Erfolg und allem drum herum gar keine Zeit und Energie mehr blieb, mich noch um Inhalt zu kümmern. Der erste Beitrag kommt somit heute, quasi hier und jetzt. Und ich freue mich, dass ich es endlich geschafft habe, ein lange wartendes Projekt anzugehen. Wer genau hinschaut, wird feststellen, dass noch nicht alles an seinem Platz ist – das wird sich in den nächsten Tagen ändern. Es würde mich freuen, dich beim nächsten Beitrag wieder begrüssen zu dürfen.